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Vom Hipster zum Gentleman/woman – die Zukunft wird gentle.

Wir werden uns weiterentwickeln. Vom Hipster zum Gentleman und zur Gentlewoman. Sicherlich auch zu Gentledivers, aber die Diskussion machen wir hier mal nicht auf!

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Hipster haben die Welt verändert – Gentleman/woman werden sie neu strukturieren

Hipster haben zum Ende der industriellen Ära eine wichtige Aufgabe: Durch ihre unkonventionellen Sichtweisen, experimentelle neue Strukturen in Arbeit und privatem Umfeld, sowie meist hohen Werte, haben sie den Übergang von der Industrialisierung in die Digitalisierung moderiert. Dazu gehört auch ein neues Denken. Denn die digitalen Strukturen sind andere als in der Industrialisierung. Die Industrialisierung basierte auf Effizienz, daher sind auch Metropolen und große Firmen und Produktionsprozesse entstanden. Die digitale Welt bietet vielmehr Trial-and-Error Möglichkeiten, da man mit einem kleinen Hebel oft sehr schnell etwas ausprobieren kann. Hierfür braucht es ein neues Denken und vor allem ein Aufbrechen alter Denkstrukturen. Da haben wir dem absoluten Nonkonformismus der Hipster viel zu Verdanken. 

Nur wenn wir neu denken, werden wir die Zukunft neu gestalten.

Sie haben uns gezeigt, wie es „anders“ geht. Insbesondere im Thema New-Work und New-Living werden uns Hipster noch eine Weile begleiten. Sie sind ja nicht zuletzt auch für die Craft- und Maker-Bewegungen verantwortlich und bringen uns mit neuen Banken- und Währungssystemen in Kontakt.

Neue Strukturen brauchen Menschen, die diese mit neuem Denken etablieren

Auf der anderen Seite braucht aber auch die digitale Ära eine Struktur. Wir brauchen eine Art „Verkehrsregeln“. Wie beim Auto, das zu Beginn der Industrialisierung eingeführt wurde und ohne Regeln die auf Seiten des Fahrers wie des Fußgängers bekannt waren, mehr für Aufruhr denn Fortschritt gesorgt hat. Hier ist der Nonkonformismus der Hipster kontraproduktiv. Hier kommt jetzt der Gentleman und die Gentlewoman ins Spiel. Allerdings nicht in der klassischen Version im englischen Tweed, sondern in der Version 4.0.

Nachhaltigkeit, Werte, Ethik und Wertschätzung – die wichtigsten Zutaten für die Zukunft.

Die klassischen „gentle Werte“ bleiben dabei erhalten: eine hohe Ethik, aufmerksames, freundliches Interagieren mit der Umwelt, Verbindlichkeit, Ritterlichkeit, nachhaltige Überlegungen, heute sprechen wir eher von „Folgenbewußtsein“ und Freundlichkeit im Allgemeinen. Natürlich eingepasst in die moderne Zeit. So geht es heute nicht mehr um Tontaubenschießen und luxuriöse Autos, sondern um Yoga, entspanntes Joggen und den Umbau der Städte zu lebenswerten Ökosystemen. Der Gentleman und die Gentlewoman von heute fahren Fahrrad, E-Bike und vertreten alternative Verkehrskonzepte. 

Im Gegensatz zum Hipsten bauen sie aber auf nachhaltige Strukturen, die sie innovieren, aber nicht kontinuierlich disruptieren, also sie zerstören sie nicht um sie neu wieder aufzubauen, sie entwickeln möglichst organisch. Sie bringen in die schnellen digitalen Zeiten Ruhe und Vernunft sowie Augenmaß in der Umsetzung. Ihr Innovationsfokus liegt weniger im neuen Technologischen, als in der Lebensqualität aller Menschen, dem gesamtgesellschaftlichen Wohlstand. 

Wir brauchen neue Perspektiven für Menschen – ohne Perspektive wird niemand die Zukunft gestalten.

So werden Gentleman und Gentlewoman dafür sorgen, dass die Unruhe und Verängstigung aus der Gesellschaft langsam wieder verschwinden, dass aus rechten Tendenzen wieder gemäßigte Strukturen werden. Sie sorgen dafür, dass Menschen wieder eine Perspektive erhalten. Denn klar, ohne eine solche, achten sie nur noch auf sich. Erst mit einer Perspektive können Menschen wieder in die gesamtgesellschaftliche Entwicklung einsteigen und sich für etwas anderes engagieren als nur für sich selbst.

Wir stehen also gerade im Übergang von der Hipster- in die Gentleman und Gentlewoman Ära. Dabei arbeiten beide Hand in Hand und ergänzen sich gut. Und es ist auch nicht auszuschließen, dass aus Hipstern Gentleman und Gentlewoman werden. Dabei werden sie auch einen neuen Stil entwickeln. Auch modisch. Es wird sich also etwas ändern in den nächsten Jahren, die öffentliche Szenerie wird sich verändern.

Was übrigens nichts grundsätzlich Neues ist: die beiden grundsätzlichen Typen von Hipster und Gentleman wechseln sich historisch immer wieder ab. So waren die Hipster früher die Hippies. Wichtig ist zu verstehen, dass unsere Gesellschaft von dem Wechselspiel der beiden Typen profitiert, sich erneuert und wieder Beständigkeit und Wohlstand aufbaut. Am Beginn dieser Wohlstandsphase, angeregt durch die Hipster und zunehmend ausgebaut durch Gentleman und Gentlewoman, stehen wir jetzt.

Das Foto zeigt Ato C. Yankah jr., Gentlemanblogger und Neffe von Kofi Annan, zusammen mit mir, Max. Geschossen hat es der unglaubliche Leon Bijelic